Profis in Immobilienfragen

Tag der Architektur 2015 – Profis in Immobilienfragen

Quelle: BNN 2015-06-23

2355217Wer eine Immobilie erwerben möchte, dem stellen sich meist viele Fragen: Passen Lage und Grundriss des angebotenen Objekts zu den persönlichen Anforderungen? Welchen energetischen Standard hat das Gebäude? Ist der Preis angemessen? Gibt es Sanierungsbedarf und wenn ja: wie viel muss man neben dem Kaufpreis investieren? Wie sehen die gesetzlichen Fördermöglichkeiten aus, um tatsächlich eine Immobilie zu bekommen, die den persönlichen Vorstellungen entspricht? Selbst wenn aus den Verkaufsunterlagen einiges hervorgeht, ist der Laie in der Regel mit der Beantwortung dieser Fragen überfordert, insbesondere wenn Änderungen am Objekt gewünscht sind. Auch um langfristig Geld und Kräfte zu sparen, kann er sich stattdessen Rat bei einem Architekten holen. Experten für das komplexe Thema Bei der Begehung einer Wohnung oder eines Hauses wird der Architekt zunächst Aussagen zur generellen Qualität des Objektes machen. Dazu gehören Einschätzungen zur Bausubstanz genauso wie zu möglichen Schadstoffbelastungen. Auch die Elektroinstallationen, Heizungs- und Sanitäranlagen gilt es daraufhin zu überprüfen, ob sie dem aktuellen Standard entsprechen. Häufig ist eine energetische Instandsetzung notwendig. Hier kann der Architekt unabhängige Empfehlungen zum besten Sanierungskonzept geben. Manche Bauten sind oftmals aufgrund der Gebäudegeometrie nur mit enormem Aufwand energetisch zu optimieren – was bei der Entscheidung über einen Kauf eine maßgebliche Rolle spielen kann. Denn bezieht man die Aufwendungen, die für solch eine energetische Ertüchtigung anfallen, relativieren sich oftmals die Vorstellungen, die auf Verkäuferseite vom Wert einer Immobilie existieren. Auch den Grundriss gilt es zu beurteilen. Stammt er aus der Nachkriegszeit, ist er meist sehr kleinteilig, was den heutigen Bedürfnissen oft zuwiderläuft. Der Aufwand, mit dem er sich individuell anpassen lässt, hängt auch maßgeblich davon ab, wie sich die tragenden und nicht tragenden Wände verteilen. Dies ist in Bezug auf die Barrierefreiheit ebenfalls relevant. Im Rahmen des demografischen Wandels wird dieser Aspekt immer wichtiger, zumal sich viele ältere Menschen nach Wegzug der Kinder neu orientieren. Dazu können auch Erweiterungen gehören, um separat vermietbaren Wohnraum zu schaffen. Sind Änderungen am Erscheinungsbild des Objektes geplant, braucht es eine baurechtliche Genehmigung. Ob diese im konkreten Fall zu erlangen sein wird, dazu kann der Architekt eine Aussage treffen. Was kostet solch eine Beratung durch den Architekten? Die Vor- und Nachteile einer angebotenen Immobilie kritisch zu beleuchten, Möglichkeiten der individuellen Anpassung aufzuführen und dafür einen ersten Kostenrahmen zu benennen, wird er in der Regel nach Aufwand – also nach seinen Stundensätzen – berechnen. Ab dem Moment, wo Planungsleistungen zu erbringen sind, im Rahmen einer Untersuchung oder nach dem Kauf, greift die Honorarordnung für Architekten und Ingenieure. Wenn sich der Besitzer entschließt, sein Haus umzubauen oder zu sanieren, gilt es nicht nur zu überlegen, welchen Anforderungen das Objekt künftig genügen soll, sondern auch, mit welcher Priorität sie sich stellen. Denn die finanziellen Möglichkeiten hinken den Wünsche mitunter hinterher. In diesem Fall empfiehlt sich die Erarbeitung eines Stufenplans – mit der Maßgabe einen angemessenen Standard zu günstigem Preis zu realisieren und nicht so Dringliches zeitlich zurückzustellen. Als Treuhänder des Bauherrn kümmert sich der Architekt um alle weiteren Schritte: Genehmigung, Termin- und Kostenplanung sowie Bauausführung. Über Ausschreibungen der verschiedenen Gewerke lassen sich die jeweils geeignetsten Firmen ermitteln, bei Abweichungen vom Budget kann der Architekt Vorschläge zu möglichen Einsparungen machen. Ein wesentliches Argument, einen Architekten in die Modernisierung einzubeziehen, ist auch seine gestalterische Kompetenz. Denn oft kann sich der Laie im Vorfeld nicht so leicht vorstellen, wie das Gebaute optisch wirken wird. Ein Aspekt, der noch besondere Relevanz bekommt, sofern es sich um ein denkmalgeschütztes Objekt handelt. Der Architekt schlägt Materialien vor, wird Umbauten und Ergänzungen sensibel an das Vorhandene anpassen und Empfehlungen zur bestandsgerechten Dämmung geben. Da die Geschmäcker bekanntlich verschieden sind, empfiehlt es sich, seine Planerin oder seinen Berater sorgfältig auszusuchen. Gute Recherchemöglichkeiten bieten sich im Internet unter http://www.akbw.de. Eine Broschüre kann kostenlos bei der Architektenkammer angefordert werden. Adresse: Danneckerstraße 54, 70182 Stuttgart, Telefon 07 11 / 21 96-1 16, mailto:architektur@akbw.de. pm

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