Erweiterung Grundschule Kandel

Nichtoffener Realisierungswettbewerb

Durch das in mehreren Bauabschnitten entstandene Gesamtensemble erscheint die Schule straßenseitig sehr unruhig und heterogen. Die Entwurfsidee war, die Mensa in die vorhandene Gebäudestruktur einzubetten und diese zu beruhigen. Das eigenständige Mensagebäude ist so angeordnet, dass sich kleinere Innenhöfe mit dem Bestand ergeben und der Schulhof in seiner Großzügigkeit erhalten bleibt. Gestalterisch wird die Mensa zum Blickfang und harmoniert durch ihre monolithische Gestalt und Farbigkeit mit dem alten Bestandsgebäude.

Das Erdgeschoss öffnet sich zu allen Seiten hin mit unterschiedlich großen Ein-und Ausblicken, sowie Zugängen. Die vorgehängte Fassade folgt als Entwurfsgedanke der Idee des Vorhangs, der das Gebäude umhüllt und an einigen Stellen angehoben wird. Im Innern gibt es einen Servicekern, der alle funktionalen Räume für die Mensa beinhaltet. Mittig im Servicekern sitzt das Treppenhaus, das das Obergeschoss erschließt. Der offen gestaltete Mensabereich orientiert sich zum Schulhof hin und ist mit einer Arkade fließend mit dem Außenbereich verbunden. Im OG gibt es mittig einen Zentralen Flur, von dem aus alle Räume erschlossen werden. Belichtet wird dieser Flur über ein Oberlicht, das auch über einen Luftraum Licht ins EG bringt

Die Gebäudehülle ist Großteils verglast und durch die vorgehängte Metallfassade gegen zu starke Sonneneinstrahlung geschützt.  Der Kern und die Geschossdecken sind aus Beton, was Speichermasse erzeugt. Geplant ist es das neue Gebäude über die Heizung des Bestandsgebäudes mitzuversorgen. Sollten die Kapazitäten nicht ausreichen, kann alternativ mittels einer Wärmepumpe geheizt werden können, die durch Erdbohrungen energieeffizient ist und auch im Sommer eine Kühlfunktion übernehmen kann Erdbohrungen energieeffizient ist und auch im Sommer eine Kühlfunktion übernehmen kann. Alle Räume sind mit Fußbodenheizung ausgestattet, was aufgrund der Flächenheizung die Effizienz der Anlage im niedrigen Temperaturbereich nochmals erhöht. Vorgesehen ist eine PV Anlage auf dem Dach, die den Strom für das Gebäude und die Heizung erzeugt. Eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung  reduziert den Wärmeverlust im Winter durch das Lüften und trägt im Sommer bei Nachtbetrieb zum Herunterkühlen des Gebäudes bei. Die Dachfläche soll begrünt werden, was das Mikroklima verbessert und den sommerlichen Hitzeschutz erhöht.

Ziel ist es am Ende ein energetisch starkes Gebäude zu erschaffen, das dem Umweltgedanken folgt und den Klimaschutz unterstützt.

Die Haupttragstruktur im Gebäude ist aus Beton und somit F90. Die Glas-Fassade wird durch einen Anstrich der tragenden Stahlteile in F30 ausgeführt und die vorgehängte Hülle ist aus A1 Material, und somit nicht brennbar. Das Innenliegende Treppenhaus ist als abgeschlossenes Fluchttreppenhaus mit RWA Öffnung konzipiert. Zusätzlich wird über die Fenster ein zweiter Rettungsweg vorgesehen. Aufgrund der Flexibilität des Konzepts besteht die Möglichkeit, einen Laubengang hinter der vorgehängten Metallstruktur auszubilden und ein weiteres Treppenhaus im Außenbereich nicht sichtbar zwischen Glasfassade und Vorhang zur Straße hin zu positionieren. Alle Türen sind Rauchdicht und die Materialien im Innenraum ebenfalls schwer entflammbar.

Das Gebäude wird stufenlos von mind. 1 Zugang im Erdgeschoss begehbar sein. Vorgesehen ist ein Aufzug neben der Treppe, der das Obergeschoss erschließt. Alle Türöffnungen und Wenderadien sind barrierefrei geplant.

Die Fassade harmoniert in ihrer Farbwahl mit der Bestandsfassade des alten Hauptgebäudes. Durch die Lochstruktur der vorgehängten bronzefarbenen Hülle werden die äußeren Eindrücke gefiltert und eine ruhige Atmosphäre im Innenraum, trotz zentraler Positionierung des Gebäudes, geschaffen. Durch den dadurch erzeugten Lichteinfall im Innern des Gebäudes entsteht eine besondere Atmosphäre. Der Boden besteht aus Anthrazit gefärbtem Sichtbeton. Der Kubus erhält eine schwarz hinterlegte Holzlattung, die zum einen den Schall schluckt und zum anderen eine warme Atmosphäre erzeugt. Die Decke wird als Akustikdecke aus Gipskarton ausgeführt und weiß gestrichen.

Die Decken und Wände im Obergeschoss werden ebenfalls weiß gestrichen, bzw. sind in Teilbereichen auch aus Beton.

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