Beeindruckt vom ehrenamtlichen Engagement

Bärbl Mielich aus dem Sozialministerium besucht das Begegnungszentrum Regenbogen in Spöck

Stutensee-Spöck. Bärbl Mielich würde sich beim Nähen und beim Kochen anmelden: Sie finde es spannend und nutzbringend, wenn man etwas miteinander macht und dabei von einander lernt. Die Staatssekretärin aus dem Stuttgarter Sozialministerium besucht auf ihrer Sommertour (die sie am selben Tag auch noch ins Mehrgenerationenhaus-Bürgerwerkstatt in Blankenloch führt) Projekte, die aus dem ministeriellen Fördertopf für Quartiersentwicklung bedacht werden. Stutensee bekommt für das Begegnungszentrum Regenbogen in Spöck Zuschuss – 65.000 Euro für das Projekt Zukunftshaus für Projektentwicklung und technische Einrichtung (am 1. Oktober soll der Startschuss fallen) sowie 32.000 Euro für Bürgerbeteiligungsprozesse.
Zusammenwirken, Teilhabe, Integration seien Leitgedanken für das Begegnungszentrum, sagt OB Petra Becker, als sie die Besucherin willkommen heißt. Das Zentrum sei ein gemeinschaftliches Projekt der Bürger, von denen der Vorschlag für die Namensgebung komme. „Darin steckt sehr viel ehrenamtliche Leistung, vor allem im Ausbau des Gebäudes“, stellt Becker heraus. „Die Initiative Quartiersentwicklung ist in Stutensee offensichtlich auf fruchtbaren Boden gefallen“, sagt Mielich. Die Förderung sei als Beitrag dazu gedacht, dass Menschen wieder stärker zusammenwüchsen. Beeindruckt ist die Staatssekretärin, dass sehr viel ehrenamtlicher Einsatz und viele gute Ideen aus der Bevölkerung in dem Vorhaben stecken. Sie wolle wissen, was Kommunen mit den Zuschüssen machen und was aus den beantragten Vorhaben in der Praxis entsteht.
Das Gebäude des Begegnungszentrums gehört der Stadt Stutensee. Für dessen thematische Nutzung ist ein ehrenamtliches Team aus vier Personen zuständig, erläutert Ortsvorsteherin Karin Vogel, neben ihr Gabi Herling, Corina Mayer und Manfred Beimel. „Das Begegnungszentrum ist noch Baustelle“, warnt Beimel, früherer Ortsvorsteher sowie Initiator, Motor und „Schaffer“ für das Projekt. Als profunder Kenner führt er durch das Gebäude, wobei Mielich die große Küche und der digitale Zukunftsraum mit neun Arbeitsplätzen beeindrucken. Es gibt eine große Werkstatt. „Die Stadt hatte die Gelegenheit, die Gewerbebrache zu erwerben, als der karitative Verein Kreuz und Quer eine Bleibe suchte“, erklärt Beimel: „Eine solche Chance gibt es nur einmal im Leben.“
Ganz viel ehrenamtliches Engagement stecke in dem Projekt, betont Beimel weiter: 148 Samstage hätten freiwillige Helfer bisher gewerkelt und dabei etwa 5.000 Arbeitsstunden erbracht. Er selber bringe es auf 1.100 Stunden, und Architektin Nicole LaCroix, die ehrenamtlich die Planung gemacht habe, auf 20 Stunden. „So kommen beinahe 6.500 Stunden zusammen.“ Die Kosten für das Projekt beziffert er auf rund 700.000 Euro, abzüglich etwa 120.000 Euro für Eigenleistungen. Die Bauarbeiten dokumentieren viele Bilder.
Im Eröffnungsjahr sollen Ehrenamt und Hauptamt vernetzt werden, erläutert Christiane Seidl-Behrend, im Rathaus für die Familienarbeit zuständig. Seit 2016 liefen Treffen verschiedener Arbeitskreise, eine Eröffnung sei für Mai vorbereitet worden, aber als im Februar die Zukunftswerkstatt begonnen hat, habe Corona den Start ausgebremst. Viele Ideen aus dieser Zusammenkunft von 75 Bürgern wurden als inhaltliche Angebote aufgenommen: ein offenes Café, Kultur, eben Kochen und Nähen und anderes.
Digitale Schulungen, die alle Bevölkerungsgruppen erreichen sollen, werden ebenfalls angeboten, informiert Vera Wasserbäch, die im Rathaus für die Digitalisierung zuständig ist.

Quelle: BNN Dienstag, 01.09.2020

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