Sonnenkinder wollen schnell einziehen

Kindergarten-Sanierung hat begonnen / Fertigstellung Ende 2014 geplant

Quelle: Baden Online 2013-12-04 Ulrich Marx

sonnenkinderSie griffen gestern vor dem »Haus der Sonnenkinder« gemeinsam zum Spaten (von rechts): Pfarrer Dirk Schmid-Hornisch, Johannes Mühlhäuser und Nicole La Croix vom Architektenbüro La Croix, Eberhard Roth, Leiter des Serviceamtes, Kindergarten-Leiterin Karoline Gresbach, Fachbereichsleiter Michael Hattenbach, Herwig Schäfer, Vorsitzender des Kirchengemeiderats, und der Kirchenälteste Horst Schalla. Vor gut einem Jahr gab es einen Architektenwettbewerb, gestern Vormittag war Spatenstich am »Haus der Sonnenkinder«. Ende 2014 sollen 72 Mädchen und Jungen in den sanierten Bau einziehen. Rund 1,6 Millionen Euro kostet der Umbau zur Ganztagesstätte. »Wer will fleißiger Handwerker sein, der muss ins Haus der Sonnenkinder gehen«. Mit dieser leicht veränderten Textzeile eines bekannten Kinderliedes wollten die Erzieher und Kinder des Kinderhorts in der Weingartenstraße die Bauarbeiter wohl animieren, die Sanierungsarbeiten möglichst schnell abzuschließen. Herwig Schäfer, Vorsitzender des evangelischen Kirchengemeinderats, unterstützte den Nachwuchs beim Spatenstich gestern Vormittag: »Ihr habt Vorfreude auf Weihnachten, wir freuen uns darauf, dass ihr nächstes Jahr hoffentlich einziehen könnt«, sagte er im Beisein von Offiziellen und Besuchern. Schon vor dem offiziellen Startschuss waren Handwerker zugange, war Baulärm zu hören. Bis zur geplanten Eröffnung im Oktober 2014 sind Nachwuchs und Betreuer in einem Wohncontainer in der Hölderlinstraße untergebracht.

72 Betreuungsplätze

Kindergartenleiterin Karoline Gresbach ist froh, dass es jetzt losgeht. Die Decken im Erdgeschoss liegen frei, teilweise ist das Mauerwerk zu sehen. Noch lässt das entkernte Innere des 1953 erbauten Gebäudes kaum auf den späteren Zweck schließen: Eine Kindertagesstätte für 72 Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren – das sind zehn Plätze mehr als vorher – auf rund 270 Quadratmetern mit moderner Wärmedämmung und neuer Innenarchitektur. Ein weitgehend in Glas gehaltener Spielflur soll im Erdgeschoss quer durch das Gebäude führen. Außerdem in der Mache: ein Aufzug ins obere Stockwerk, dazu neue Sanitär- und Personalräume. Teils müssen die Deckenbalken verstärkt werden. Die Kosten von rund 1,6 Millionen Euro tragen die Stadt Offenburg, die Evangelische Landeskirche und die Evangelische Kirchengemeinde Offenburg. Vor gut einem Jahr hatte Letztere als Träger des Kindergartens »Haus der Sonnenkinder einen Architektenwettbewerb ausgeschrieben. Die Mängel des Kindergartens waren nämlich längst nicht nur optischer Natur, sondern betrafen vor allem die Raumaufteilung: »Um im Erdgeschoss in einen anderen Raum  zu gelangen, mussten alle Kinder und Erzieher jedes Mal durch das mittlere Gruppenzimmer im Erdgeschoss gehen. Das war für die tägliche pädagogische Arbeit nicht sonderlich förderlich«, sagt Gresbach, die seit vier Jahren den Kindergarten leitet.

Klare Kriterien

»Wie geht man mit dem identitätsstiftenden Charakter des Gebäudes um, wie kann man die Eingriffe in das Außengelände so gering wie möglich halten?«, hieß die damalige Preisfrage. Die Kriterien: Der Kindergarten sollte um eine Kindergruppe erweitert und mit Räumen wie Mensa und Schlafraum für den Ganztagesbetrieb fit gemacht werden. Andererseits hatte hier die Auferstehungsgemeinde seit vielen Jahren ihre Heimat: Der Garten mit seinen alten Bäumen war den Menschen ans Herz gewachsen.

Überzeugen konnte schließlich der Entwurf von Architektin Nicole La Croix, die sich gegen vier Mitbewerber durchsetzen konnte.

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