Das Gebäude befindet sich in einem Industriegebiet in Waghäusel – Wiesental, auf dem Gelände der 1919 gegründeten Produktionsstätte für geschmiedete Forst und Gartenwerkzeuge. Das, in den Siebzigerjahren erbaute Wohnhaus wird in zweiter Generation von der Geschäftsführerfamilie bewohnt. Anfang 2018 wurde mit dem Umbau begonnen. Aufgabe war eine umfassenden Kernsanierung und eine energetische sowie gestalterische Modernisierung, wobei die bestehende Bausubstanz möglichst erhalten und weiterverwendet werden sollte.
KONZEPT
Das ursprüngliche Wohnhaus wurde 1974 als eingeschossiger Massivbau in einer L-Form mit Unterkellerung und angegliederter Garage erbaut. Konzept-Ziel war es den bestehenden Bungalowcharakter zu erhalten und zu modernisieren. Durch den Abbruch von Wänden ist ein offener Koch- Ess- und Wohnbereich entstanden. Dadurch wurde ein großzügiger Wohnraum generiert, der sich Richtung Garten zu drei Seiten hin öffnet. Zum Untergeschoss entstehen zwei voneinander unabhängige Wege – eine neue Treppe im Innern des Gebäudes, sowie ein Zugang von Außen. Somit kann das Untergeschoss als Einliegerwohnung genutzt werden. Um eine bessere Belichtung zu erzeugen, wurden die Fenster- und der Tiefhof vergrößert. Ein Saunahaus als Anbau an die bestehende Garage zur Gartenseite schafft eine Trennung zum Firmengelände. Außerdem zonieren Sichtbetonelemente den neu gegliederten Garten.
VORHER war das Einfamilienhaus geprägt durch eine klassische Bauweise der 70er Jahre. Ein Bungalow mit flach geneigtem Walmdach, L-förmigem Grundriss und am Haus angegliederter Garage. Die Bausubstanz besteht aus Hohlblockmauerwerk, betonierten Kellerwänden und Hohlsteindecken. Der Dachstuhl war als Walmdach mit Plattendeckung ausgebildet.
NACHHER wird die Rückseite des Gebäudes zum Garten hin durch das Saunahaus zoniert. Es entsteht eine neue Aufenthaltsqualität für die gesamte Familie und grenzt den privaten Bereich gleichzeitig vom Firmengelände ab. Der neue Entwurf verwendet verschiedene Materialien – unter anderem Holz, Putz und Aluminium-Verbundplatten. Der Charakter der Natursteinplatten wird durch Sichtbetonelemente Innen und Außen neu interpretiert. Bestehende Strukturen werden bewusst erhalten und in das neue Konzept integriert – mit dem Ziel eine nachhaltige Lösung für das Einfamilienhaus zu schaffen. Unter anderem wurde die Dachkonstruktion wiederverwendet und zu einem neuen Dach mit Zellulosedämmung umgebaut.
Traditionelle und zeitgenössische Architektur werden im Innen- und Außenraum vereint.
Innen – Durch warme Farben mit klaren Formen und natürlichen Materialien wird das Gebäude neu interpretiert und Kontraste erzeugt, die sich zu einem harmonischen Ganzen verbinden.
Erdgeschoss – WOHNEN I SCHLAFEN
Durch Abbruch einer Wand gestaltet sich der Koch- Ess- Wohnbereich großzügiger. Ein Sitzfenster in der Küche schafft zusätzliche Aufenthaltsqualität. Die Öffnungen zur Terrasse wurden durch deckenhohe und bodentiefe Fenster vergrößert, sodass an warmen Tagen das Innen und Außen ineinander übergeht. Im südwestlichen Flügel befinden sich Ankleide und Bad, sowie zwei Schlafräume. Der Eingangsbereich trennt die privaten Zimmer von den Gemeinschaftsflächen, wohingegen die große Terrasse im rückwärtigen Teil das Hauptgebäude mit dem Saunahaus verbindet.
Kellergeschoss – ZIMMER I TECHNIK
Entlang der Nordostseite befinden sich Zimmer, die über den neuen Tiefhof und vergößerte Fensteröffnungen besser belichtet werden. Durch die Ergänzung von zwei Treppen im Innen- und Außenbereich, können die Zimmer im Souterrain als Erweiterung des Erdgeschosses dienen oder separat zugänglich als Einliegerwohnung genutzt werden. Energetisch versorgt werden das Wohnhaus und die Firma durch die Verbrennung von Holzspänen, die beim Produktionsprozess der Werkzeugstiele in der Werkzeugfabrik anfallen.















