MITEINANDERwohnen GENERATIONENverbinden

Wettbewerb

Der Titel steht für die Philosophie der gesamten Planung. Große Bedeutung hat dabei, unterschiedlichste Grundrissarten zu entwickeln, welche für Menschen in den verschiedenen Lebensabschnitten angeboten werden können und eine hohe flexible Nutzung gewährleisten. Dabei wird auch ein enger Zusammenhang zwischen den Qualitäten der Innen- und Außenbereiche gesehen. Das Konzept „Grün“ mit hängenden Gärten, Fassadenbegrünung, Nutzung von heimischen Bäumen und Pflanzen als naturnahe und ökogische Bepflanzung, sowie das Thema urban gardening als verbindendes soziales Element, sind wichtige Bestandteile der Planung. Weiterhin werden die Parkbereiche zur flexiblen Nutzung ausgebaut, um zum Beispiel auch Quartiers- oder Hausfeste zu ermöglichen. Die Räume der Begegnung erzeugen eine Identität mit dem Ort und den Bewohnern.

Städtebau: Die Baufelder befinden sich in einem Neubaugebiet, das von Einfamilienhäusern und einer offenen Bauweise geprägt ist. Aufgabenstellung war es, unterschiedliche Gebäudestrukturen zu schaffen. Um sich in die Umgebungsbebauung einzufügen, war die städtebauliche Entwurfsidee, jedes Gebäude aus einem Flachdach Kubus und einem Satteldach Kubus zusammen zu setzen. Aus diesem einfachen Prinzip ergeben sich trotz der Baumasse aufgelockerte Ansichten und eine klein körnige Struktur, die sich in die vorhandene Gebäudestruktur vor Ort sehr gut einfügt. Die Maßstäblichkeit wird somit in die Neubebauung übertragen, ohne die Wirtschaftlichkeit aus den Augen zu verlieren. Die Wegeverbindungen und Durchblicke zwischen den Bereichen der Erschließung und des Grüns, finden sich in der Unterbrechung der jeweiligen Gebäudezeilen wieder.

Architektur: Durch die Zusammensetzung aller Gebäude mittels Flachdach und Satteldach Kubus, ergibt sich eine homogene und durchgängige Architektursprache, die durch Varianz der Zusammensetzung ein spannendes Bild ergibt. Die Baufelder untergliedern sich in drei Bereiche, Geschosswohnungsbau, Reihenhäuser und Kettenhäuser. Das Motiv der zusammengesetzten Kuben mit dem Satteldachelement findet sich in den unterschiedlichen Hausstrukturen wieder und ist ein verbindendes architektonisches Merkmal, das die Bereiche als Einheit erkennen lässt. Durch das Aufsetzen des Satteldachkubus mit den Versprüngen Richtung Straße oder Grün ergibt sich eine Leichtigkeit der Baukörper und eine Auflösung der Zeilen. Diese Leichtigkeit wird durch deren
unterschiedliche Materialität noch gestärkt.

Materialität: Verwendet werden CO2 reduzierte Baustoffe wie Recyclingbeton und Holz. Errichtet werden die Gebäude in Hybridbauweise, wobei das Sockelgeschoss aus zweischaligen Betonelementen mit Kerndämmung besteht und das Satteldachelement in Holzbauweise konzipiert ist. Auch für die Gestaltung der Außenbereiche werden „natürliche“ Materialien eingesetzt.

Flexibilität: Neben dem Geschosswohnungsbau wurden auch die weiteren Haustypen flexibel entwickelt, was Wohneinheiten und Größe angeht. Das klassische Reihen- und Kettenhaus wird somit an mehreren Stellen aufgelöst und in ein Zweifamilienwohnhaus umgewandelt.

Soziale Struktur: Laut Auslobung sind 1/3 der Wohneinheiten als geförderter Wohnungsbau vorzusehen. Es ist geplant, diese Quote zu überschreiten und mehr als ein Drittel der Wohnungen gefördert anzubieten. Wichtig ist dabei, dass die geförderten Einheiten über die Reihenhäuser und den Geschosswohnungsbau verteilt werden, damit eine gute soziale Durchmischung stattfindet. Die flexiblen Haustypen lassen dies zu. Es gibt keine „Adressbildung“. Durch einen guten Wohnungsmix werden Wohnungen für alle Generationen und Familienstrukturen angeboten. Ein Gebäude im Geschosswohnungsbau wird unter dem Titel „Wohnen im Alter“ geplant und speziell für Senioren mit besonderem Bedarf ausgestattet.

Gemeinschaft: Im Quartier werden Gemeinschaftsflächen ausgebildet. Zum einen gibt es im Seniorenwohnen einen Raum für Begegnungen, der von allen Bewohnern genutzt werden kann. Des Weiteren werden die Parkflächen als Quartiersplätze für eine flexible und multifunktionale Nutzung vorgesehen.

Mobilität: Der ruhende Verkehr wird im Geschosswohnungsbau in zwei Tiefgaragen ausgewiesen. Hier werden für E-Mobilität entsprechende Parkplätze angeboten. Ebenfalls wird die Zone für Fahrräder entsprechend ausgebaut. Oberirdische Parkflächen werden überdacht, damit die Dachflächen für PV genutzt werden können und ebenfalls Plätze für E-Mobilität zur Verfügung stehen. Weiterhin werden zwei Parkplätze für ein Carsharingangebot vorgehalten.

Freiraumgestaltung: Wege und Parkflächen werden mit sickerfähigem Belag ausgeführt. Es erfolgt eine Pflanzauswahl im gesamten Gebiet auf Basis von naturnahen und ökologischen Aspekten, zur Verbesserung des Mikroklimas und der Artenvielfalt.

Ökologie: Drei wesentliche Bausteine auf dem Weg zur Klimaneutralität sind in der Konzeption berücksichtigt: Die Minimierung des gesamten Energiebedarfs, die effiziente Nutzung von
erneuerbarer Energie am Gebäudestandort und die Auswahl von Energieträgern mit möglichst geringer CO2-Intensität. Diese Faktoren bilden die Grundlage der gesamten Planung.

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