Haus W 10.0 Stutensee

Reduziert, kubisch und offen

Das Wohnhaus besteht aus 3 Elementen. Einem grauen reduzierten Satteldachkubus, der durch zwei weiße Kuben durchdrungen wird. Diese zeichnen sich an der Fassade durch Vorsprünge ab und werden durch Glasfugen formal und optisch gestärkt. Die einzelnen Geschosse sind als Split Level angeordnet und schaffen somit interessante Raumbeziehungen. Im Erdgeschoss befindet sich der 90 qm große Wohnbereich mit Blick ins Naturschutzgebiet und ebenerdigem Zugang zum Garten. Der darüber liegende Koch-/Essbereich ist über Lufträume mit dem Wohnbereich verbunden und besitzt einen Außenbezug durch die Dachterrasse, die über der Doppelgarage angeordnet ist.

Unter dem Dach befindet sich zum einen der Kinderbereich mit eigenem Kinderbad und ein halbes Geschoss darüber der Elternbereich mit Ankleide und Badezimmer. Das Architekturbüro wird separat erschlossen und ist als Maisonette- Wohnung zur Straße hin ins Gebäude integriert. Die Innenräume im gesamten Haus sind hell und offen gestaltet. Materialen wie Wenge-Parkett und Schieferboden, sowohl in schwarz als auch in grau, geben in Verbindung mit den weißen Decken und Wänden dem Gebäude einen zeitlosen und harmonischen Charakter.

Das Wechselspiel zwischen offenen Raumstrukturen und Rückzugsbereichen schafft interessante Durch-, Aus und Einblicke. Prägend an der Gebäudehülle sind die Aluminium-Fensterelemente, die als schwarze Pfosten-Riegelkonstruktion ausgeführt sind und somit große Fensterflächen mit einem geringen Rahmenanteil zulassen. Die Fenster sind außenbündig an der Fassade angeordnet, um die Außenhülle homogen erscheinen zu lassen und um den kubischen Charakter des Gebäudes zu stärken. Das Geländer der Dachterrasse ist als eingespanntes Ganzglasgeländer ausgeführt und lässt somit einen freien Blick in die Natur zu. Der Zugang zum Wohnhaus erfolgt über eine begehbare Glasscheibe, deren Absturzsicherung ebenfalls aus Glas besteht und filigran durch Klebeverbindungen gehalten wird. Das Gebäude lebt durch interessante Lichtführungen, die alle Räume unterschiedlich durchziehen. Die nach Westen angeordneten Schlafräume erhalten sowohl direktes  Licht durch Fensterbänder als auch indirektes Licht durch transluzente Wände, die  eine Trennung zur Flurzone schaffen. Details wie frei auskragende Treppenstufen, die Verwendung von Bakelit Steckdosen, sowie das Duschen „unter freiem Himmel“ setzen Akzente und stärken den reduziert kubischen Charakter der Gebäudeform.